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Nordenreise + Seminar

Autor: Lennard | Datum: 21 März 2017, 18:03 | 1 Kommentare

Blog Seminar und Nordenreise

 

Am 20.2.2017 haben wir (Rebekka und ich) uns zu unserem Zwischenseminar aufgemacht. (Wenn man eine Karte von Ghana öffnet, kann man die Reise besser verfolgen)

Das Zwischenseminar sollte am 24.2 in Tamale beginnen. Nachdem uns eine andere Freiwillige aus Kumasi angeschrieben hatte, ob wir nicht mit ihr die Fähre ( anstatt dem Bus/Trotro) nach Tamale nehmen wollen, beschlossen wir genau dies zu tun.

Nach unseren ersten Informationen, sollte die Fähre am Sonntag in Akosombo losfahren und zwei Tag nach Yendi brauchen. Von da aus hätten wir dann nochmal ein Trotro nach Tamale nehmen müssen.

Da unser Reiseführer aber schon drei Jahre alt ist, haben wir uns zur Sicherheit noch Informationen von unserem Mentor eingeholt. Dieser hat wohl an der Anlegestelle angerufen und es kam raus, dass die Fähre immer Montag Nachmittags fährt. Jetzt konnte ja quasi nichts mehr schief gehen.

 

Also sind Rebekka und ich am Montag morgen in Ho in eine Trotro gestiegen und haben uns auf den Weg gemacht. Nachdem wir nach ca. 1,5 Stunden in Atimpoku ankamen, sind wir mit einem Taxi zur Anlegestelle der Fähre gefahren (Akosombo). Dort mussten wir leider feststellen, dass die Fähre doch nur alle zwei Wochen Montags fährt. Das war ziemlich enttäuschend. Gut was nun? Da wir uns schon überall abgemeldet hatten, sind wir dann “direkt” nach Tamale gefahren. Da es aber von Akusombo kein direktes Trotro nach Tamele gibt, mussten wir erst mal nach Accra (nochmal zwei Stunden) fahren, um dort einen sogenannten VVIP Bus nach Tamale zu nehmen. Nachdem wir in Accra angekommen waren, gab es zum Glück noch freie Plätze.

Der VVIP Bus zeichnet sich dadurch aus, dass er größere Sitze, mehr Fußraum und eine Klimaanlage hat. Das ist an sich ziemlich genial! Es gibt nur einen Hacken, wenn es in Ghana irgendwo eine Klimaanlage gibt, dann zeigen die auch was die Klimaanlage kann. Das heißt in dem Bus waren es nicht 20 Grad sondern eher 15 Grad. Das heißt 12 Stunden, trotz Decke und einer extra Schicht Klamotten, frieren. Ich habe den Großteil der Fahrt ( in der Nacht) verschlafen, aber Rebekka wurde durch die Kälte wach gehalten.

Nachdem wir dann um vier Uhr morgens in Tamale angekommen sind, war der Plan weiter in den Mole National Park zu fahren, da das Seminar ja erst am Freitag war. Das heißt es ging um sechs Uhr morgens, nachdem wir zwei Stunden an der Trotro Station in Tamale verbracht hatten, weiter mit einem Bus ( weitere fünf Stunden) nach Mole. In Mole angekommen, haben wir erst mal etwas gegessen, geduscht und uns ein bisschen hingelegt. Insgesamt haben wir auch nur 20,5 Stunden in Bussen/Trotros gesessen und das alles plus Wartezeiten.

 

In Mole haben wir in einem shared room (man teilt sich diesen mit bis zu 10 andern Leuten) geschlafen. Dieser war sehr sauber und schön. Trotzdem fand ich diesen, im Verhältnis zu anderen Ghanaischen Unterkünften, ziemlich überteuert. Das selbe galt fürs Essen. Aber da der Mole Park dort mehr oder weniger eine Monopolstellung der Unterkünfte besitzt, kann dieser natürlich die Preise in die Höhe treiben.

Am Nachmittag haben wir dann eine Jeep-Tour gemacht. Diese war leider (besonders für das Preis Verhältnis) nicht so überragend. Dagegen war die Fußtour, die wir am nächsten Tag gemacht haben, überragend genial. Nicht nur weil man mehr Tiere gesehen hat, sonder weil man auch viel näher an die Tiere ran kam.

Wir haben unter anderem Elefanten, Antilopen, Krokodile und Warzenschweine gesehen. Doch dazu schaut man sich besser die Fotos an ;).

Bei einer Nachttour hätte man auch noch Hyänen, Büffel und mit ganz viel Glück Leoparden sehen können, aber diese haben wir nicht gemacht.

Am Donnerstag haben wir dann den Nationalpark verlassen und uns noch im Nachbardorf (Larabanga) eine Moschee angesehen und uns zeigen lassen, wie man sheabutter herstellt( eine Art Feuchtigkeitscreme).

Von Dort aus ging es dann mit dem Bus zurück nach Tamale. Da wir noch einen Tag zu früh waren, haben wir uns ein Hotel gesucht in dem wir noch ein bisschen entspannen konnten. Nachdem uns dann ein Yellowyellowfahrer (eine Art kleines Taxi, mit offenen Seiten, ursprünglich kommend aus Indien) zum Hotel gebracht hatte, wurde uns erst mal für die Fahrt viel zu viel Geld abgeknöpft. Das war generell ein Problem unser Reise, da, oft wenn der Taxifahrer merkt, dass du dich nicht auskennst, du zu viel zahlen musst.

Dafür war das Hotel sehr schön und wir konnten entspannt am nächsten Tag in das Seminar starten.

 

Ganz grob gesagt, ging das Seminar darum: was bisher passiert ist, was wir bisher für Erfahrungen gesammelt haben, was unsere Problem sind und was wir in der zweiten Hälfte ändern wollen. Mir Persönlich hat das Seminar nicht so viel gebracht, da ich mich in meiner Stelle sehr wohl fühle. Ich hätte mir gewünscht, das wir ein bisschen mehr über Ghana reden: Was sind die Probleme in Ghana (nicht nur aus unserer Sicht sondern mit Fakten erklärt)?, wo macht Ghana Fortschritte?, usw.…

 

Das Seminar ging bis Mittwoch. Da wir einen Tag nach Hause gebraucht hätten und man nicht so oft in den Norden kommt, haben wir nach Absprache mit unserem Mentor, unsere Nordenreise bis zum Ende des Wochenendes verlängert.

 

Wir sind also weiter nach Bolgatanga gereist. Dort in der Nähe sollte es zwei sehenswerte Orte geben.

Wir sind also direkt nach unser Ankunft in Bolgatanga weiter nach Tongo gefahren. Dort sollte es einen heiligen Schrein(Tengzug-Schrein) und singende Felsen (Tongohills )geben ( die Felsen sollten durch die Harmattan Winde(Harmattan= Ist eine Zeit in Ghana, in der Winde aus der Sahara nach Ghana wehen. Es wird dadurch sehr staubig und in den Nächten wird es kalt) Geräusche machen). Nachdem wir dort ankamen wurde uns der Schrein gezeigt. Die Erwartungen waren wahrscheinlich zu hoch, trotzdem war es sehr interessant. Ein besonderes Merkmal ist, dass man nur Oberkörper frei zum Schrein darf (bevor Touristen zu diesem Ort kamen, wohl ganz nackt). Weiterhin darf man auch keine Fotos machen. Im Grunde ist es ein großer Felsspalt in dem Tiere geopfert werden. Man konnte einen Riesigen Federhaufen sehen, der ein Überbleibsel von Vogel Opferungen ist. Wenn man dort eine Bitte erfüllt bekommt, opfert man einen Esel. Die Eselsköpfe kann man auf einem der Fotos sehen, dies ist aber nicht der Schrein selber.

Danach wollten wir uns dort die singenden Steine ansehen, die wurden aber leider zerstört um Steine zum Häuserbau zu gewinnen. Wenn man die Landschaft sieht, frage ich mich warum es ausgerechnet diese Steine Sein mussten, wenn sie eine Sehenswürdigkeit in Ghana waren.

 

Am Abend haben wir dann den Nachbarort aufgesucht, in dem man in Lehmhütten schlafen konnte. Da die Lehmhütten, aber bei unser Ankunft nicht sauber waren, wurde uns ein riesiges Haus für den selben Preis angeboten. Dieses hatte eine Dachterrasse auf der man einen wunderschönen Sternhimmel beobachten konnte ( nächstes mal nehme ich dann auch meine Brille mit ;) )

Am Morgen wollten wir dann zurück nach Bolgatanga. Da kein Taxi kam, haben wir uns zu Fuß aufgemacht. Nachdem wir eine dreiviertel stunde durch die Sonne ( es war sehr heiß) gelaufen sind, kam zum Glück ein Auto, bei dem wir auf der Ladefläche mitfahren konnten. Zum Glück schien er die Polizisten bei der Polizeikontrolle zu kennen.

Von Bolgatanga sind wir dann wieder direkt nach Paga gefahren. Dort kann man ein bisschen näher zu den Krokodilen ( schaut euch einfach das Bild an). Leider wurde uns zuvor eine Dorftour aufgequatscht, die dann aber dank des Führers ganz witzig war.

Von Paga ging es wieder nach Bolgatanga, wo wir dann genächtigt haben.

Zu dem Zeitpunkt, dachten wir, dass wir unsere Reise abbrechen müssen, da uns das Geld ausging und uns kein Automat in der ganzen Stadt Geld gegeben hat (wir waren bei 12 Banken). Wir wären auf den Cedi (unsere Währung) genau nach Ho zurückgekommen. Bei der 13ten Bank gaben wir eine viel höher Summe am Automaten an und stellten fest, dass man in Bolgatanga eine Mindestsumme von ca. 80 Euro mit einer Visa Karte abheben muss.

Nach diesem Tief konnte die Reise zum Glück weiter gehen.

Oder auch nicht. Denn als wir am nächsten Morgen um sieben Uhr am Markt waren um ein Trotro nach Wa zu nehmen, mussten wir feststellen, dass das Trotro schon um fünf Uhr losgefahren ist. Das bedeutete zurück nach Tamale und von dort aus nach Wa.

Doch Wa war nicht unser eigentliches Ziel. Eigentlich wollten wir in ein Nachbardorf (Wechiau) um uns dort Nilpferde in freier Wildbahn anzusehen. Da es aber nun zu spät war, mussten wir noch eine Nacht in Wa verbringen, bevor es weiter nach Wechiau ging. Ein Problem war, dass wir um 16:00 Uhr zurück in Wa sein mussten, um den Bus nach Accra nicht zu verpassen, da wir sonst nicht mehr rechtzeitig dort angekommen wären. Nachdem wir nach zwei Stunden in Wechiau angekommen sind, sind wir auf Motorräder (hinten drauf weil wir nicht selber fahren dürfen, obwohl das mit Sicherheit sicherer gewesen wäre) zum Fluss gefahren. Wegrutschen wurde durch Schnelligkeit wett gemacht und ein Handy beim Fahren war auch kein Problem. Sicher am Fluss angekommen, ging es dann in Kanus auf den Fluss. Von Dort aus konnten wir dann vier Nilpferde, bzw. die Schnauzen, beobachten. Gut ich konnte sie nur durch meine Kamera beobachten, da ich ja nicht meine Brille dabei hatte. Aber so eine Kamera mit gutem zoom ist ein guter Brillen Ersatz ;).

Nach der ziemlich coolen Kanufahrt ging es den selben weg zurück. Da wir auch von Anfang an unser Zeit Problem geschildert hatten, sind wir auch noch rechtzeitig in Wa angekommen.

Jetzt ging es wieder in einem Bus mit Klimaanlage nach Accra. Diesmal war nicht die Klimaanlage das Problem( da der Fahrer sie regelmäßig an und aus stellte) sondern der Fernseher. Denn dieser war viel zu laut eingestellt. ( Selbes Problem: wenn es in Ghana Musikboxen gibt muss gezeigt werden wie laut diese sein können, auch wenn es zu einer totalen Übersteuerung kommt. Besonders in Kirchen ist das unangenehm) Das heißt diesmal konnte ich nicht schlaffen, dafür aber Rebekka.

In Accra kamen wir Sonntags morgens um vier an. Dort wollten wir uns mit andern Freiwilligen, die wir auf dem Seminar kennengelernt hatten treffen, um zusammen am nächsten Tag uns den Independece day in der Hauptstadt anzusehen. Problem war, wir hatten kein Hotel reserviert. Logisch: ein Tag vor dem Independence day ist natürlich alles voll. Das bedeutete übermüdet nach einem Hotel zu suchen, in dem noch drei Zimmer frei sind, dass aber auch in unserm Budget liegt. Nachdem wir nach drei bis vier Stunden ein Hotel gefunden hatten, dass diesen Ansprüchen gerecht wird, wurde sich erst mal ausgeruht.

(Ursprünglich war geplant am Montag wieder in Ho zu sein. Da Rebekka, durch den Independence day, aber bis Dienstag und ich die ganze Woche frei hatte, haben wir beschlossen uns den Independece day in Accra anzusehen)

Am nächsten Tag (Montag) ging´s dann zum Independence day. Da wir schon um sechs da waren, um gute Platze zu bekommen, und das Programm erst um zehn Uhr anfing, hieß es warten. Aber das warten hat sich gelohnt. Es gab einen beeindruckenden Aufmarsch von Soldaten und Schulklassen und interessante kulturelle Tänze aus allen Regionen.

Nur die Rede vom neuen Präsidenten wurde ein bisschen langweilig.

Die Schattenseite des Events war, dass die Schüler und Soldaten drei bis vier Stunden in der Sonne stehen mussten und nach der ersten Stunde (sowohl Schüler als auch Soldaten) regelmäßig umgekippt sind.

 

Nach dem Event, haben uns Leider zwei Freiwillige der andern Organisation verlassen. Einer durch eine Infektion, die in Deutschland behandelt werden musste, eine die sich mit der Gesamtsituation nicht wohl gefühlt hat.

Für Rebekka ging es dann zurück nach Ho. Da ich aber die ganze Woche frei hatte, bin ich mit den zwei übrig geblieben Freiwilligen der andern Organisation nach Cape coast gefahren. Wo ich es mir drei Tage am Meer gut gehen gelassen habe.

Hier haben wir noch eine alte Burg besichtigt, die von den Portugiesen (später von den Engländern übernommen) für den Sklavenhandel gebaut wurde. Am Samstag morgen ging es dann von Cape Coast über Accra nach Ho zurück und ich war froh wieder zu Hause zu sein.

 

Miagadogo Yoo ( Auf Wiedersehen)

 

Lennard

 

Danke fürs lesen

 

 

 

Die Erfahrungen, sind aus der Sicht einer Einzelperson geschrieben und umfassen nicht die Sicht auf ganz Ghana, geschweige denn auf ganz Afrika.

 

 

 

 

 

 

 

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